Smarte Körperwaagen – Der große Überblick

Weihnachten und Sylvester haben Dir ein paar extra-Pfunde beschert? Diese Waage unterstützen Dich beim Abnehmen und helfen Dir Deine Erfolge zu dokumentieren.
Regelmäßiges Wiegen schärft das Bewusstsein für den eigenen Körper und macht es leichter, sein Gewicht unter Kontrolle halten. Der Zusammenhang zwischen Häufigkeit des Wiegens und erfolgreicher Gewichtsreduktion ist wissenschaftlich bekannt und kann im Alltag als sinnvolle Hilfe genutzt werden. Mit smarten, vernetzte Waagen lässt sich die Entwicklung des eigenen Gewichts einfach aufzeichnen und per Smartphone-App nachvollziehen. So macht Wiegen (noch mehr) Spaß und durch die Verlagerung der Aufmerksamkeit von den täglichen Schwankungen auf die langfristigen Trends, kann so mancher Frust verhindert und die Motivation gefördert werden. Seit ich 2011 zum ersten mal eine smarte Waage verwendet habe sind viele neue Geräte auf den Markt gekommen, die sich in Funktion und Preis teilweise deutlich unterscheiden. Deshalb habe ich mir sechs aktuelle Modelle genauer angesehen. Mit Ausnahme von einem Gerät messen die smarten Waagen neben dem eigentlichen Gewicht auch den Anteil an Körperfett und teilweise auch den Anteil von Muskeln und Wasser am eigenen Gewicht. Hier kam es zwischen den einzelnen Geräten zu teilweise großen Abweichungen, weshalb die gemessenen Werte mit Vorsicht genossen werden sollten. Neben der Art der erfassten Werte und der Genauigkeit unterscheiden sich die vernetzten Waagen auch bei der Übertragung der Daten. Neben Modellen mit integriertem WiFi-Verbindung befanden sich im Testfeld auch Modelle mit Bluetooth sowie ein Gerät mit SD-Karte. Auch wenn somit alle getesteten Modelle über eine Schnittstelle verfügen, hat die Art der Datenübertragung entscheidenen Einfluss darauf, wie viel Aufwand notwendig wird um Deine Daten in Deinem Profil zu speichern. Besonders einfach und komfortabel klappt dies, wenn die Waage mit dem heimischen WiFi verbunden ist und die Daten nach dem Wiegen automatisch in Deinem Account beim Hersteller überträgt. Du musst Dich dabei um nichts kümmern und kannst nach dem Wiegen per Smartphone-App oder Webprofil nachvollziehen, wie sich Deine Werte entwickeln. Geräte mit Bluetooth verbinden sich dagegen direkt mit Deinem Smartphone um Deine Werte in die zugehörige App zu übertragen. Voraussetzung hierfür ist natürlich dass das Smartphone in der Nähe der Waage und die entsprechende App geöffnet ist. Alternativ kann man seine Werte auch auf dem Speicher der Waage lassen und zu einem späteren Zeitpunkt übertragen. Nur ein Modell in diesem Überblick verwendet eine SD Karte zum Speichern der Daten. Damit ist sichergestellt, dass seine Daten die eigenen vier Wände nicht verlassen. Dies bedeutet aber auch den Verzicht auf eine moderne Smartphone-App, welche die Daten ansprechend darstellt und mögliche weitere motivierende Funktionen bietet. Ein weiterer Vorteil der Modelle mit WiFi oder Bluetooth ist die automatische Erkennung eines Benutzers, selbst wenn mehrere Personen die selbe Waage verwenden. Die Hersteller sprechen hier von bis zu 8 verschiedenen Personen, die erkannt werden sollen. In der Praxis hat diese Unterscheidung meist gut funktioniert, wenn jedoch zwei Personen vom Körperbau sehr ähnlich sind, klappt die automatische Erkennung nicht immer, und die Messwerte müssen manuell einem Nutzer zugeordnet werden. Was die getesteten Modelle sonst noch können und wo ihre Vor- und Nachteile liegen, liest Du hier.

Fitbit Aria

Die Fitbit Aria misst Gewicht und Körperfett und überträgt die Daten per W-Lan an Dein Fitbit Profil. So ist sichergestellt, dass die gespeicherten Daten stets aktuell sind und per Smartphone-App oder Online-Profil angesehen werden können. Zusätzlich lässt sich in der App auch die Gewichtskurve mit den Werten der letzten Woche, des letzten Monats oder des letzten Jahres ansehen. Die Einrichtung der Fitbit Aria erfolgt per Computer oder Smartphone, danach muss man nur noch alle paar Monate die Batterien wechseln. Fitbit hat eine Schnittstelle die von vielen anderen Gesundheits- und Fitness-Apps genutzt wird, um Dein Gewicht anzuzeigen. Eine Übertragung der Daten in Apple Health ist dagegen derzeit nur über Umwege möglich. Da Fitbit Apple’s System nicht unterstützt, kannst Du mit der App SyncSolver dafür sorgen dass Deine Daten in der Health App auf Eurem Smartphone landen. Praktisch ist die Fitbit Aria insbesondere wenn Du bereits einen Activity Tracker von Fitbit verwendest. Beide Geräte lassen sich dann über einen gemeinsamen Account verwalten.

+ komfortable Synchronisation über W-Lan
+ Daten in Kombination mit vielen anderen Diensten verwendbar
– Kein Download der Daten, keine Integration in Apple Health und Google Fit

Hier gehts zum ausführlichen Test der Fitbit Aria. Zur Fitbit Aria bei Amazon
 Fitbit Aria

Withings Online Waage

Die Online Waage ist Withings Einstiegsmodell und konzentriert sich auf die wesentlichen Funktionen – Wiegen und Aufzeichnen des Gewichts. Auf die Körperfettmessung der anderen Modelle die technisch bedingt ohnehin nur eine Annäherung liefert, wird also verzichtet. Die Übertragung der Daten erfolgt komfortabel per W-Lan. Die Einrichtung von Withings Waagen ist gut gelöst. Nach Verbindung mit dem Smartphone per Bluetooth kann die Waage direkt per App mit dem eigenen W-Lan verbunden werden. Einmal konfiguriert, funktioniert die Übertragung der Daten stets automatisch. Falls man die Waage mit auf Reisen nehmen möchte werden die Daten für einige Tage gespeichert oder können per Bluetooth an das Smartphone übertragen werden. Die Visualisierung der Gewichtsdaten in Withings Smartphone-App ist optisch ansprechend gelöst – hat man eine längere Historie an Messwerten angesammelt, kann man durch die Kurve scrollen und erhält so einen tollen Überblick. Auch bei der Nutzung der eigenen Daten gibt sich Withings kundenfreundlich. Über eine Schnittstelle können viele andere Apps auf die Daten zugreifen, Apple’s HealthKit wird von Withings unterstützt und als Anwender hat man die Möglichkeit, sich eine Tabelle mit den eigenen Daten herunterzuladen.

+ Komfortable Synchronisation über W-Lan
+ Download der Daten und Integration in Apple Health möglich

Zum ausführlichen Test der Withings Online Waage. Die Online Waage bei Amazon
 Withings WiFi Waage

Withings Smart Body Analyzer

Beim Witings‘ Smart Body Analyzer ist der Name Programm – neben Gewicht und Körperfett misst die Waage auch Puls und Raumklima und warnt vor Regenwetter. Die Grundidee der Waage wurde hier also erweitert um verschiedene Funktionen in einem Gerät zu verbinden. Deshalb verfügt der Smart Body Analyzer über ein integriertes Thermometer und einen CO2-Sensor. Wenn das Gerät im Schlafzimmer steht, kann man sich beim Tritt auf die Waage auch gleich über die Raumtemperatur und das Vorhandensein von (hoffentlich) ausreichend Frischluft im Raum informieren. Dank WiFi-Verbindung landen die Daten bequem im eigenen Withings-Profil, außerdem informiert sich die Waage im Internet über das Wetter und meldet einem nach dem Wiegen automatisch, wenn Regen bevorsteht. Zusätzlich bietet der Hersteller noch viele andere Geräte mit denen sich die körperliche Aktivität, der Schlaf oder der Blutdruck überwachen lassen. Beim Smart Body Analyzer kann man zwischen verschiedenen Algorithmen zur Bestimmung des Körperfett-Modells wählen. In der Standardeinstellung waren die Werte bei mir deutlich zu hoch. Erst durch Wechsel auf das „athletische Modell“ habe ich recht plausible Werte erhalten.

+ komfortable Synchronisation über W-Lan
+ Download der Daten und Integration in Apple Health
+ Erfassung des Raumklimas und Regenwarnung

Zum Withings Smart Body Analyzer bei Amazon 

 Tithings Smart Body Analyzer

Tanita BC601

Wie bei allen getesteten Waagen erfolgt die Analyse der Körperzusammensetzung auch bei der Tanita BC601 über die Messung des elektrischen Widerstands im Gewebe. Muskeln, Fett und andere Körperbestandteile besitzen eine unterschiedliche Leitfähigkeit sodass durch Anlegen einer niedrigen Spannung am Körper festgestellt werden kann, wie dieser aufgebaut ist. Normale Waagen leiten den Strom jedoch nur durch die Beine ohne Rumpf und Arme zu berücksichtigen, worunter die Genauigkeit der Messwerte leidet. Um wirklich den ganzen Körper analysieren zu können, kommt die Tanita BC 601 mit einem zusätzlichen Handteil sodass die Widerstandsmessung von den Beinen über den ganzen Körper bis in die Arme erfolgen kann. In diesem Handteil befinden sich auch ein Display zur Anzeige der Messwerte und ein SD-Kartenslot. Damit lassen sich die Daten auf den Computer übertragen und mit einer Software analysieren. Diese liegt jedoch nur in einer Windows 7 Version vor. Ein Test der Software war mir daher nicht möglich und über die SD Karte konnte ich lediglich auf die CSV Tabelle mit den Messwerten (kommagetrennt) zugreifen. Die Stärke der Tanita BC 601 liegt dementsprechend eher in der genauen Analyse des Körpers und weniger in der Nachverfolgung der Messwerte. Wer sich für Zahlen begeistert, kann jedoch auch mit dem Display im Handteil in der eigenen Messwert-Historie schmökern.

+ Genauere Messung durch insgesamt 8 Elektroden
– Übertragung nur über SD Karte, keine aktuelle Software verfügbar

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tanita-bc601
Beurer BF 800 
Beuer setzt bei seiner vernetzten Waage BF 800 auf Bluetooth zur Übertragung der Daten. Hier ist also ein Smartphone notwendig, um die Messwerte aufzuzeichnen. Allerdings können auch mehrere Messungen auf der Waage zwischengespeichert und zu einem späteren Zeitpunkt synchronisiert werden. Nach erfolgter Einrichtung lief die Synchronisierung jedenfalls tadellos, sodass gegenüber den WiFi Modellen kaum Nachteile wahrzunehmen waren. Gemessen werden neben Gewicht und Körperfett auch Wasser- und Muskelanteil. Im Vergleich zur Tanita Waage waren die Werte der BF 800 relativ ähnlich, auch wenn die Bluetooth Waage nur über Elektroden in der Glasplatte verfügt und ohne zusätzliches Handteil auskommt. Auch bei Design und Verarbeitung kann es die Waage des Deutschen Herstellers mit den internationalen Wettbewerbern aufnehmen. Lediglich beim Design der App merkt man, dass es sich hier nicht um das Produkt eines flippigen Startups sondern um das eines Deutschen Traditionsunternehmens handelt.

+ Gut gelöste Synchronisation der Daten
+ Umfangreiche, relativ genaue Körperanalyse
– Kein Download der Daten und keine Integration in Apple Health etc.

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Beurer Connect BF 800

Medisana BS 430

Auch die Waage von Medisana setzt auf Bluetooth um ihre Daten auf das Smartphone zu übertragen. Im Vergleich zum Modell von Beurer klappt die Synchronisation jedoch nicht ganz so reibungslos und erfordert gelegentlich ein paar zusätzliche Klicks bis die Daten rauschen. Hat man den Bogen aber erst mal raus, ist auch das kein Problem und man kann sich einen umfangreichen Überblick zu seinem Körper in Medisana’s Smartphone App verschaffen. Gemessen werden Gewicht und Körperfett aber auch Körperwasser, Muskelanteil und Knochengewicht. Nach einigen Test-Tagen lagen die mit der BS 430 gemessenen Ergebnisse am nächsten an der Werten der Tanita-Waage. Mittlerweile bietet Medisana eine Integration mit Apple Health sodass Ihr Eure Daten auch mit anderen Apps verwenden könnt. Außerdem gibt es im  Online Profil die Möglichkeit, die eigenen Werte als Tabelle herunterzuladen.

+ Günstiger Preis
+ Umfangreiche, relativ genaue Körperanalyse
– Synchronisation etwas fehleranfällig

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Medisana BS 430

Neben den vorgestellten Modellen bieten noch einige weitere Hersteller vernetzte, smarte Waagen an. Wie auch in diesem Testfeld sind sich die Geräte in Aussehen und Funktion meist ähnlich. Entscheidend ist daher welche Apps die Hersteller zur Betrachtung der Daten anbieten und welche Möglichkeit zur Nutzung Deiner Daten Daten Du hast. Für welches Modell Du Dich auch entscheidest, lass Dich nicht von Deiner Waage stressen sondern setzte einfach auf eine gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung um Deinen ultimativen Wohlfühlkörper zu erschaffen 😉

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4 Comments

  1. Chris

    Reply

    Ich habe noch die Withings Waage der ersten Generation und bin sehr zufrieden damit. Ein Upgrade lohnt sich nicht, da sowohl der Puls im Stehen als auch das Raumklima auf Knöchelniveau reine Spielerei sind. Aus meiner Sicht ist die Verfügbarkeit der Daten das entscheidende Kriterium. Damit lassen sich schöne Analysen machen. Ich habe nach 5 Jahren Nutzung eine derartige erstellt und in meinem Blog gepostet: http://blog.tafkas.net/2013/06/22/five-years-of-weight-tracking/

    • Florian Schumacher
      Florian Schumacher

      Reply

      Danke für den Hinweis. So eine Gewichtskurve über mehrere Jahre mit all ihren Höhen und Tiefen (wie in Deinem Artikel) ist einfach toll anzusehen 😉

  2. Daniel

    Reply

    Hat niemand eine Idee, wie man mit den Tanita Daten ordentlich mit iOS oder MacOS arbeiten kann?

  3. tedus

    Reply

    danke für den Test – die Tanita kannte ich noch nicht. Leider bieten ja sehr wenige (ich kenne sonst nur Omron) die Messung zusätzlich mit Handteil.
    Omron bietet allerdings leider keine PC-Verbindung – die ich per SD-Karte +CSV perfekt finde, da ich nicht gern meine persönlichen Daten mit google, apple und Co teile.
    Leider hat das Gerät auch einen stolzen Preis.

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