Mensch, Gesellschaft und Kultur

Die Digitalisierung führt zur zunehmenden Quantifizierung und Personalisierung aller Lebensbereiche. Welche Auswirkungen hat dies auf Mensch und Gesellschaft?

Die Digitalisierung führt zur zunehmenden Quantifizierung und Personalisierung aller Lebensbereiche. Welche Auswirkungen hat dies auf Mensch und Gesellschaft?

Fußballprofi Cristiano Ronaldo – Tested to the Limit

Auch wenn für Cristiano Ronaldo bei der aktuellen Fußball WM gemeinsam mit Portugal der erhoffte Erfolg ausbleibt, handelt es sich um einen Ausnahmespieler mit enormen körperlichen und geistigen Fähigkeiten. Diese hat auch die Sky Dokumentation „Tested to the Limit“ untersucht, in welcher Ronaldo’s Kraft, Geschwindigkeit und Wahrnehmung vermessen werden. Entschlüsselt werden dabei auch die Geheimnisse von Ronaldo’s unglaublicher Reaktionsgeschwindigkeit und seiner gefährlichen Torschüsse. Ein spannendes Video über die Physik und Psychologie des Fußballs welches auch für Self-Tracking interessante Nicht-Fussballfans lohnenswert ist.

Mensch Maschine Visionen in Berlin

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Wearable Technologies führen dazu, dass Grenzen zwischen Mensch und Technologie immer stärker verwischen. Am 4. Juni widmen sich gleich zwei Berliner Veranstaltungen diesem Thema. Auf der Webinale spreche ich im Rahmen des Emerging Technologies Panel über Wearables, Quantified Self und das Internet der Dinge. Auch als Speaker auf der Webinale vertreten ist Stefan Greiner, Gründer des Deutschen Cyborg Verein. Auf dem ebenfalls am 4. Juni stattfinden Berliner Kolloquium „MenschMaschine-Visionen“ der Daimler und Benz Stiftung liegt der Fokus vollständig auf den neuen Verbindungen, die Menschen und Maschinen eingehen. Neben wissenschaftlichen Beiträgen zu Neuroimplantaten und -Prothesen werden auch ethische und gesellschaftliche Fragestellungen des Zusammenwaches von Mensch und Maschine diskutiert. Ich freue mich auf ein spannendes Event mit hochkarätigen Wissenschaftlern und Vordenkern. Weitere Information zur Veranstaltung der Daimler und Benz Stiftung gibts hier.

Self-Tracking Erfahrung im igrowdigital Podcast

Gemeinsam mit Christian Grasse und Johannes Kleske produziere ich seit einigen Monaten den igrowdigital Podcast, auf dem wir über die neusten Trends im Bereich Quantified Self und Wearables sprechen. In der aktuellen Folge geht es um unsere persönliche Erfahrung mit Self-Tracking. Johannes berichtet davon, wie er seinen Blutdruck gesenkt und mit intermittierendem Fasten sehr schnell abgenommen hat. Ich erkläre mein aktuelles Self-Tracking Programm, mit dem ich Gewicht reduziert, Muskeln aufgebaut und meinen Schlaf und meine Produktivität verbessert habe. Eine spannende Unterhaltung die uns allen viel Spaß gemacht hat, und die wir mit neuen Ergebnissen in der Zukunft sicher fortsetzen werden. Die aktuelle Folge des igrowdigital Podcasts zum anhören gibts direkt hier im Soundcloud Player.

Datensicherheit – Gesundheitsdaten in der Cloud

stefan finkenzeller
Gastautor Stefan Finkenzeller

Gesundheitsdaten in den unendlichen Weiten der Cloud.

Quantified Self (QS) ist mittlerweile in aller Munde und hat nicht nur viele Anhänger in der digitalen Szene gefunden. Die Erfassung und Messung der eigenen (Gesundheits-) Daten zur Verbesserung des Lebens vermittelt das Gefühl das Leben und den Körper beherrschbar zu machen und motiviert viele Menschen zu einem gesünderen Lebensstil. Das liegt aber auch an den Tools, die es einem einfach machen, alle möglichen „KPIs“ zu erfassen: Ob es die täglich zurück gelegten Schritte sind, die Phasen im Schlaf, aufgesuchte  Orte oder das eigene Gewicht. Alles wird aufgezeichnet, in der Cloud gespeichert und mit Freunden geteilt. Das „Real Life“ macht einfach mehr Spaß, wenn man für alltägliche Leistungen mit „Badges“ belohnt wird und sich auch noch mit Freunden messen kann. Das eigene Leben als Spiel, dank Gamification. In Zeiten der Snowden-Enthüllungen und der NSA frägt man sich aber immer öfters, ob die eigenen Daten sicher sind. Und was noch viel entscheidender ist: Behandeln die Dienstleister im QS Bereich sie mit der nötigen Vertraulichkeit oder übergeben sie sie wahllos an Dritte? Warum vertrauen wir den QS-Diensten und habe sie dieses Vertrauen überhaupt verdient?

Gesundheits- und Verhaltensdaten – Dafür interessiert sich doch niemand. Oder?

Schön wär’s. Neben den Firmen, die uns mit den Daten Gutes tun möchten, gibt es doch eine recht große Interessensgruppe, die begierig auf unsere Gesundheitsdaten schielt, um sich das Leben leichter zu machen.

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Das Armband der Neelie Kroes – Eine Antwort auf Frank Schirrmacher

Eine Ansprache der EU Kommissarin Neelie Kroes bildet den Aufhänger eines Artikel von Frank Schirrmacher über die Gefahr durch Digital-Monopolisten, welche den einfachen Bürger seiner Freiheit berauben und zu einem programmierbaren Roboter machen. Schirrmacher unterstellt der Politikerin technokratische Propaganda und die Vernachlässigung ihrer Pflicht, die gesellschaftlichen Folgen technischer Innovationen kritisch zu hinterfragen. Deshalb attestiert der FAZ Herausgeber dem Activity-Tracker von Frau Kroes „gewiss unbestreitbare Vorteile“, warnt aber zugleich, dass sie mit ihrer Ansprache die „bedenklichsten Gadgets der Datenhändler“ feiert.

So beschreibt er das Fitness-Gadget der Politikerin als Kennzeichen des Homo Ökonomikus, dem Menschen der Gegenwart, der sich ohne Gnade marktwirtschaftlichen Zwängen unterwerfen muss. Diesem diktiere der Markt ein gesünderes Leben, bei dem der ehemals freie Bürger sein Recht auf Krankheit verliere um dem System Kosten zu ersparen. Dabei verkennt er, dass der Erfolg der digitalen Bewegungs-Motivatoren auf überzeugten Nutzern basiert, die durch das Bewusstsein für Ihr eigenes Verhalten Spaß an einem gesünderen Lebensstil entwickelt haben. Keine Zwangsverordnung oder Manipulation dieser Menschen ist notwendig um sie zum Aufzeichnen persönlicher Daten zu bewegen – allein der Vorteil der kritischen Auseinandersetzung mit sich selbst ist genug.

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Interview: Facebook’s Rolle bei Self-Tracking und Gesundheit

Welche Rolle spielt Facebook bei Self-Tracking Diensten? Welche Daten hat das soziale Netzwerk und was passiert wenn man seine Quantified Self Apps mit dem Netzwerk verbindet? Diese Fragen und vieles mehr beantwortet Philipp Roth, Gründer und Chefredakteur von Allfacebook.de im Interview.

philipp roth

Hallo Philipp. Welche Daten sammelt Facebook über seine Nutzer und wie kann man selbst erfahren, welche Daten Facebook über einen hat?

Philipp Roth: Sehr pauschal gesagt sammelt Facebook alles, was es bekommen kann. Was Facebook an Daten bekommt, bestimmt dabei aber primär der Nutzer. Je besser das eigene Profil mit Hobbys, Filmen und Posts gefüllt ist, desto mehr weiß Facebook auch über den Menschen hinter dem Profil. Dazu kommen natürlich noch alle privaten Nachrichten mit Freunden, alle Kommentare und so weiter. Neben selbst vom Nutzer eingegebenen Daten gibt es dann noch eine ganze Menge an sogenannten Meta-Daten. Das kann dann so etwas sein wie deine IP-Adresse, den Browser, den du nutzt, wann du dich eingeloggt hast und wie oft du mit welchen Freunden interagierst.

Wer einen Überblick bekommen will, der kann sich die Daten einfach mal downloaden. Facebook bietet in den Einstellungen die entsprechende Option an. Dort ist dann das meiste der Daten drin. Noch mehr erhält man, wenn man seine Daten über das europäische Datenschutzgesetz anfordert.

Gibt es auch Daten oder Annahmen, die Facebook über die Gesundheit eines Nutzers hat?

Philipp Roth: Eigentlich nicht, beziehungsweise nur, wenn es der Nutzer auch selbst äußert oder eine Aktivität andeutet. Wenn man seinen Status mit „… feeling sick.“ verknüpft, ist das für Facebook eine Information, oder wenn man im Krankhaus eincheckt oder zwei Mal die Woche im Fittnessstudio.

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Interview mit Christoph Koch über Vermessung und sein Buch zum Thema

Hallo Christoph. Über Deine journalistische Arbeit hast Du Dich intensiv mit Self-Tracking auseinandergesetzt. Welche Tools und Methoden hast Du ausprobiert und was hast Du dabei gelernt?

Christoph Koch PortraitAnfang des Jahres habe ich in einem Selbstversuch so viele verschiedene Dinge getrackt wie möglich. Von den gängigen Geräten wie Fitbit oder Jawbone über Produktivitäts-Tracking via RescueTime, Ernährungstagebuch (MyNetDiary, Fitbit, Mealsnap), Finanzen (Budget-App), Aufenthaltsorte (Move-App) bis hin zu Stimmung (Mappiness) und Schlaftracking mit dem ZEO Stirnband.

Zuerst einmal habe ich gelernt, dass es mir überraschend viel Spaß macht, mich mit dem Thema zu beschäftigen und Trackingmethoden auszuprobieren. Durch das simple Stockwerkezählen mit dem Fitbit habe ich gelernt, dass mich schon kleine Gamification-Tricks dazu bringen, von Rolltreppen- und Lift-Faulheit zum Treppensteigen zu wechseln. Das haben kluge Ratschläge, Magazinartikel und Fitnessratgeber in den drei Jahrzehnten zuvor nicht hingekriegt.

Wahnsinnig überraschenden Korrelationen bin ich nicht auf die Schliche gekommen, dazu waren meine Messmethoden vielleicht auch nicht wissenschaftlich und präzise genug. Aber ich habe bei der Analyse meiner Schlafkurven gemerkt, dass ich abendliches Koffein wohl doch nicht so gut wegstecke, wie ich immer gedacht habe: Ich schlafe zwar auch nach einem siebenfachen Espresso problemlos und schnell ein, aber meine Tiefschlafphasen sind häufiger und länger geworden, seit ich nachmittags und abends auf Kaffee verzichte. Eine für mich wertvolle Erkenntnis,

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Bachelor Thesis zu Quantified Self und Big Data

Unter dem Titel „Sind wir bereit für den Big Data Lifestyle?“ hat Bianca Emmert eine Bachelor Thesis zum Thema Quantified Self verfasst. Im Selbstversuch über 85 Tage hat sie diverse Self-Tracking Dienste ausprobiert und auf ihre Eignung zur Nutzung im Alltag untersucht. Außerdem beinhaltet ihre Arbeit einen Überblick zu Self-Tracking Tools, Big Data und der Entwicklung der Quantified Self Bewegung. Das Abstract zu ihrer Arbeit gibt einen Einblick in die Fragen die Bianca Emmert erörtert:

„Die Beziehung zwischen Mensch und Technik hat sich in den letzten Jahren grundlegend geändert. Die ständig neuen Entwicklungen in Verbindung mit grenzenlos verfügbarem Internet eröffnen uns unendliche Möglichkeiten der Selbstvermessung. Die gesammelten Daten können Antworten auf Fragen geben, die vielleicht noch nicht gestellt wurden. Ist das Leben nach Zahlen die Zukunft? Sind wir bereit für den Big-Data- Lifestyle?“

Die vollständige Bachelor Thesis „Sind wir bereits für den Big Data Lifestyle“ zum Download gibt es hier.