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igrowdigital Podcast

Gemeinsam mit Christian Grasse und Johannes Kleske habe ich gestern die zweite Folge des igrowdigital Podcast aufgezeichnet, auf welchem wir uns über Quantified Self, Wearable Technologies und die Folgen der zunehmenden Digitalisierung aller Lebensbereiche unterhalten. Wir betrachten diesen Podcast als Gelegenheit Techniktrends und Zukunftsfragen aus verschiedenen Blickrichtungen zu beleuchten und kritisch zu reflektieren.  In der heute veröffentlichten, zweiten Ausgabe sprechen wir über Überwachung, neue Quantified Self Lösungen und den Konflikt zwischen dem Schutz der Privatsphäre und dem Potential von Big Data für das Gesundheitssystem und die Gesellschaft.  Allen Zuhörern wünsche ich eine interessante und inspirierende Unterhaltung.  Hier gehts zum Podcast.

Quantified Self und Bewusstsein

Kürzlich war ich auf einer Podiumsdiskussion zum Thema “Gesundheit im Netz” auf den evangelischen Kirchentag eingeladen. Bei der Veranstaltung in Hamburg sprachen Experten über Informationsmöglichkeiten zu Gesundheit im Internet, die Chancen der Genomsequenzierung, den Einsatz von Sensoren zur Gesundheitförderung sowie zur Verbesserung der Sebstbestimmung älterer Menschen. Neben diesen technischen Themen standen bei der Podiumsdiskussion soziale Fragen zur Veränderung des Gesundheitssystems im Fokus. Als Evangelist der Quantified Self Bewegung in Deutschland wurde ich im werteorientierten Panel der Podiumsdiskussion zur Bedeutung von Bewertung und Wettbewerb im Kontext mit der Erfassung von Daten zu Gesundheit und Verhalten befragt. Angeregt durch die Einladung auf den Kirchentag habe ich mir Gedanken zur Rolle der Quantified Self Bewegung bei den zukünftigen Veränderungen im Gesundheitssystem gemacht. Unter QS verstehe ich eine Bewegung von Menschen, die sich für das Potential persönlicher Daten zu Gesundheit, Verhalten und Umwelt interessieren, um sich selbst besser kennenzulernen. Die Bewegungsaktivität, das Gewicht und die Ernährung werden aufgezeichnet, aber auch Informationen zur Stimmung, chronischen Erkrankung oder der finanziellen Situation erfasst. Ziel dieser Datensammlung ist in den meisten die Fällen die Generierung von Wissen, welches als Alternative zur Vermutung oder Unwissenheit helfen soll bessere Entscheidungen zu fällen. Dabei führt die Verfügbarkeit dieses Wissens zu einem Bewusstsein, das häufig auch eine Veränderung des Verhaltens hervorruft. Macht man sich die eigene Bewegungsaktivität im Alltag mit Hilfe von einem Schrittzähler bewusst, lebt man aktiver. Nach dem selben Prinzip wiegen Menschen, die sich regelmäßig auf die Waage stellen weniger als Menschen die sich nicht mit ihrem Gewicht auseinandersetzen. Bewusstsein beeinflusst unser Verhalten, weshalb sich viele Menschen selbst beobachten, um konkrete Ziele zu erreichen.

In den vergangenen Jahren habe ich mit verschiedensten Varianten des Self-Tracking experimentiert; mein Verhalten, meine Aktivität und meinen Schlaf beobachtet und analysiert, wie viel Zeit ich auf verschiedene Projekte und Ziele verwende. Dabei faszinieren mich die Fokussierung und Motivation die entstehen, wenn ich Sport und andere Aktivitäten mit einer App oder Tabelle dokumentiere, aber auch das Feedback technischer Hilfsmittel wie eines Schrittzählers, der mich beim Blick auf die Uhrzeit beiläufig mit dem Pensum meiner Bewegung konfrontiert. Welche Feedback-Mechanismen gibt es, wie viel Aufwand ist für welche Ziele gerechtfertigt und wie fühlt sich Coaching durch Apps und digitale Geräte an? Auch im Rahmen der Konzeption und Vermarktung neuer Lösungen, habe ich mich mit der Erfassung von Daten durch verschiedenste Sensoren bis hin zur automatisierten Auswertung des Nutzerverhalten durch Tracking der Aktivität auf seinem Computer oder durch Smart Home Anwendungen auseinandergesetzt. Dabei bin ich auf ein enormes Spektrum an Nutzungsmöglichkeiten persönlicher Daten gestoßen, von der Aufbereitung von Informationen zur besseren Verständlichkeit eines Sachverhalts bis zum unmittelbaren Feedback durch mechanische Vibrationen am Körper, die auf eine schlechte Haltung hinweisen. Bei all diesen Ansätzen interessiert mich, wie Wissen generiert werden kann und welche Auswirkungen das daraus resultierende Bewusstsein auf menschliches Verhalten hat. Dabei sehe ich die durch neue technische Möglichkeiten ausgelöste Veränderung des Bewusstseins lediglich als Phänomen einer ständigen kulturellen Weiterentwicklung der Menschheit. Aber wie genau läuft diese Entwicklung ab? Soll die Verbreitung dieses Bewusstseins gefördert werden und falls ja, welche Instanzen sind dafür geeignet? Dürfen Arbeitgeber oder Versicherungen ihren Mitarbeiter und Kunden die Hilfsmittel zur Bewusstwerdung zur Verfügung stellen und ihnen nahe legen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen? Dürfen hierbei sogar Ziele vereinbart werden, sodass wer gesünder lebt oder vorsichtiger fährt, einen günstigeren Versicherungstarif erhält?

Ganz selbstverständlich lassen wir die Werbeindustrie unsere Aufmerksamkeit vereinnahmen und unsere Entscheidungen beeinflussen. Wenn technologischer Fortschritt neue Möglichkeiten schafft, Menschen zu informieren, wissen wir jedoch nicht damit umzugehen. Unsere Welt verändert sich mit jedem Tag schneller und nur wer informierte Entscheidungen fällt, kann die Zukunft aktiv mitgestalten. In den kommenden Jahren wird der Alltag vieler Menschen immer mehr mit Technologie erweitert und in manchen Bereichen werden Menschen durch Technologie ganz ersetzt. Das Resultat ist hoffentlich eine Welt wie sie mir Markus Schulz, CEO des Startup Changers als möglich beschrieben hat. Menschen die keiner Arbeit wie wir sie heute verstehen nachgehen, würden in dieser Welt nicht als arbeitslos gesehen, sondern als frei gefeiert und widmeten sich der Entfaltung ihres Bewusstseins. Auf dem Weg dahin wird sicher noch viel Effizienz gewonnen und der Umgang mit Ressourcen optimiert werden. Auf den Beitrag, den Quantified Self dazu leisten wird, freue ich mich.

Quantified Self Wochen

Die nächsten Wochen stehen für mich wieder ganz im Zeichen von Quantified Self. Los geht’s am 20. April auf der Make Munich, einer Messe zu Themen 3D Druck, DIY (Do it Yourself) und Hacking  mit meiner Präsentation über “DIY Health”. Im Mai findet dann der evangelische Kirchentag in Hamburg statt, bei welchem ich an einer Podiumsdiskussion zum Thema E-Health teilnehme. Den damit verbunden Aufenthalt im Norden nutze ich um wenige Tage später die Hamburger Quantified Self Gruppe bei ihrem zweiten Show & Tell am 6.Mai im Co-Working Space Betahaus zu unterstützen. Mitte Mai treffe ich die Hamburger Organizer erneut mit zahlreichen weiteren QS Enthusiasten auf der Quantified Self Europe Konferenz in Amsterdam. Auf der diesjährigen Konferenz sind zahlreiche Deutsche und Schweizer Self-Tracker und QS-Interessierte vertreten und auch auf das Widersehen mit  Freunde und Bekannten aus den USA freue ich mich sehr. Anfang Juni haben mich die Organisatoren der Berliner Webinale eingeladen, die Quantified Self Bewegung in einer Keynote zu präsentieren. Hier erwarte ich einen spannenden Dialog mit den Web-Experten, welcher kurz darauf beim Innovators@Google Event zu Quantified Self seine Fortsetzung finden wird. Zu dieser Veranstaltung laden der Internet Gigant und  die Berliner Quantified Self Gruppe ein, um technologische Trends im Bereich Self-Tracking zu diskutieren, aber auch der Schutz von Daten und die gesellschaftlichen Auswirkungen von Quantified Self sollen im Podium besprochen werden. Vom Event bei Google in Berlin führt mein Weg über das Hamburger HealthCareCamp schließlich nach Essen, zum ersten Show& Tell der QS Gruppe im Ruhrgebiet. Auf die spannenden Begegnungen und Gespräche der nächsten Wochen freue ich mich.

Jawbone Up – Modisches Multitalent mit kleinem Schönheitsfehler

Seit gestern ist das Jawbone Up in Deutschland erhältlich, ein Produkt, das Ende 2011 erstmals vorgestellt wurde, aufgrund von Qualitätsproblemen dann jedoch wieder vom Markt genommen werden musste.  Eine überarbeitetet Version ist in Amerika seit einigen Monaten erhältlich, nun kommt also die internationale Expansion und auch Android Nutzer werden als Kunden umworben. Während der vergangenen Monate hatte ich die Gelegenheit fünf verschieden Aktivitätsmonitore zu testen, darunter auch das Up, welches ich aus San Francisco mitgebracht hatte. Im Vergleich zu den Geräten von BasisBodymedia, Fitbit und Nike kann man bei Jawbone eine klare Lifestyle Positionierung erkennen, wobei das Armband zur Aktivitäts-, Schlaf- und Ernährungsanalyse zu einem ausgeglichenen und gesunden Lebensstil verhelfen möchte. Aufgezeichnet werden die Daten über Beschleunigungssensoren, welche die Bewegungen am Handgelenk aufzeichnen und interpretieren. Die App zum System ermöglicht das Protokollieren von Nahrungsmitteln, wobei das Team von Jawbone einen interessanten Ansatz beim schwierigen Thema Ernährungstracking entwickelt hat.

Jawbone Up als Schrittzähler

Vermutlich das wichtigste Kaufargument für ein Gerät wie das Jawbone Up ist das Aktivitätsmonitoring. Durch die Bauweise als Armband ist die Nutzung des Ups einfach, da man nicht wie bei Geräten anderer Bauart daran denken muss, sich den Schrittzähler in die Tasche zu stecken oder an der Kleidung zu befestigen. Auch die Gefahr des Verlierens wird durch den Formfaktor wesentlich verringert. Prinzipbedingt müssen Pedometer am Handgelenk die zu zählenden Schritte von Bewegungen des Arms unterscheiden – im Vergleichstest konnte ich feststellen dass diese Aufgabe jedoch ganz gut gelingt. Jawbone’s Up kommt in einem eleganten Design, dass man seinen Mitmenschen am Handgelenk durchaus präsentieren kann, allerdings fehlt ihm ein Display oder Statusleuchten, welche direkt am Gerät ein Feedback über die Anzahl der Schritte liefern. Nur durch Synchronisierung mit dem Smartphone erhält man Einblick in seine Werte, was jedoch mit einer weiteren Hürde versehen ist. Um seine aktuellen Werte in Jawbone’s App sehen zu können, muss das Up in die Kopfhörerbuchse des Smartphones gesteckt werden, was im Vergleich zur Funkübertragung der Wettbewerber die Batterielaufzeit leicht verlängert, dennoch reichlich altmodisch anmutet. Dieser relativ umständlich Vorgang war für mich ausschlaggebend, dass Up vergleichsweise selten zu synchronisieren wodurch der positive Effekt des Feedbacks welcher zum Beispiel beim Nike Fuelband optimal umgesetzt ist, weitgehend ausblieb.

Schlaf- und Ernährungsanalyse

Ähnlich wie beim Fitbit One, misst das Up die Bewegung seines Trägers im Schlaf und kann auf Basis dieses, Actigraphie genannten Verfahrens unterscheiden, wann sich der Nutzer im Leichtschlaf oder in den ruhigeren REM- oder Tiefschlafphasen befindet. Dadurch kann der Up als Schlafphasenwecker eingesetzt werden, sodass man morgens durch das Vibrieren des Armbands aus dem Leichtschaf geweckt wird. Der gewünschte Aufwachzeitraum muss dabei über die App eingestellt werden, was das einstecken des Ups in den Kopfhörereingang erfordert. Auch hier leidet die Usability durch den Verzicht auf eine Funkverbindung und die Wirksamkeit der Schlafphasenweckfunktion konnte ich im Rahmen meines Tests nicht verifzieren. Selbstverständlich protokolliert das Up auch die Dauer des Schlafs, und vergleicht diese mit einem selbstgewählten Ziel. Für diese Aufzeichnung muss das Armband manuell per Knopfdruck in den Schlafmodus und beim Aufstehen wieder in den Wachmodus versetzt werden. Der eingebaute Vibrationsmotor wird von Jawbone auch für eine Reihe weiterer Features eingesetzt, wie zum Beispiel als Erinnerung sich zu Bewegen, welche nach längerer körperlicher Inaktivität erfolgt.

Die Aufzeichnung der Ernährung erfolgt wie bei den Produkten von Bodymedia und Fitbit in der zugehörigen App, was Jawbone jedoch auf eine sehr ansprechende Art gelöst hat. Im Gegensatz zur schlichten tabellarischen Eingabeform der Wettbewerber hat Jawbone ein optisch sehr ansprechendes Interface entwickelt, welches viele Bilder und Grafiken verwendet. Hier unterscheidet sich Jawbones Ansatz deutlich von den meisten anderen Lösungen zum Kalorienzählen und legt die Betonung auf die visuelle Gestaltung. Auch die Übernahme von Massive Health, einem Lifestyle orientierten Gesundheits-Startup, deutet darauf hin, dass Jawbone seine Design-Ambitionen weiterhin ausbauen wird, was den Markt zukünftig um einige interessante Produkte ergänzen dürfte.

Pro und Contra für das Jawbone Up

Mit dem Formfaktor, dem tollen Design und einer ansprechenden App hat Jawbone beim Up einige Punkte sehr gut umgesetzt. Mangels direktem Feedback am Armband und aufgrund der umständlichen Synchronisation mit dem Smartphone hat es das Up trotz vieler Stylepunkte nie zu meinem Lieblingsgadget geschafft. Die hervorragende Synchronisation der aktuellen Produkte von Fitbit oder das toll umgesetzte Feedback von Nike’s Fuelband haben mich stärker begeistert, und die automatische Schlaferkennung von Basis Band und Bodymedia vereinfachen das Self-Tracking im Alltag was die Praxistauglichkeit enorm erhöht. Hier kann das Up nicht mithalten, bietet mit dem Vibrationsalarm und der ansprechenden App dennoch einige herausragende Features. Wer mit Abstrichen beim Feedback und der etwas umständlichen Synchronisation leben kann, für den könnte es dennoch ein interessantes Produkt sein. Update: Mittlerweile habe ich auch die Genauigkeit des Jawbone Up im Vergleich mit fünf anderen Schrittzählern getestet und ausgewertet. Hier gehts zum Ergebnis.

 

 

Die Wearable Technologies 2013 Europe Conference

Am 4. Februar fand in München die jährlich abgehaltene Wearable Technologies Europe Conference statt.  Christian Stammel, CEO der Wearable Technologies AG, eröffnete mit einer Keynote und gab einen Überblick über die Wearable-Tech Märkte der Zukunft. Insbesondere in den Bereichen Gesundheit und Unterhaltung entstehe Prognosen zufolge mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 37 Prozent ein enormes wirtschaftliches Potential. Als Schlüsselfaktoren nannte Stammel den Erfolg des noch jungen Bluetooth Smart Übertragungsstandard, welcher aufgrund neuer, kostengünstiger Chips schon bald in allen modernen Smartphones verfügbar sein werde. Auch das Aufkommen neuer Produktkategorien wie z.B der mit großem Erfolg vom Markt angenommenen Smartwatches wertete der Wirtschaftsexperte als Indiz für die Bereitschaft der Konsumenten, neue Wearable Tech-Lösungen in ihren Alltag zu integrieren.

Große Fortschritte im Sport und Gesundheitsmanagement

Im Anschluss an Stammels Keynote begann das Fitness Panel mit Firmen wie Finis, Impire und Fitbit. Besonders interessant war die Beschreibung von Christian Holzer vom Fusball-Daten-Spezialisten Impire, wie die Fussball-Tracking-Lösungen seines Unternehmens auf die unterschiedlichen Anforderungen im Spiel-Einsatz, im professionellen Training und bei Amateuersportlern optimiert wurden. So bietet Impire für den Einsatz in Liga-Spielen taktische Informationen auf Basis seiner Bilderkennungssysteme als Dienstleistung an, sodass die Trainer im hektischen Spielbetrieb nicht zusätzlich zu belasten. Für das profesionelle Training hingegen bietet Impire Sensoren dür dei Spieler, welche durch eine Verbindung aus GPS, Beschleunigungsmessung und Korrekturrechnung auf Basis der Daten aller vermessenen Spieler präzise Informationen zu Aktivität und Laufwegen der Sportler erfassen können. Im Gegensatz hierzu verzichtet Impire‘s Lösung für Amateur-Sportler auf GPS, um bei angemessenem Preis den für die Zielgruppe wichtigen einfachen Betrieb und die lange Akkulaufzeit sicherstellen zu können. Durch diese Gegenüberstellung verdeutlichte Holzer, wie stark sich die Anforderungen an Tracking-Lösungen innerhalb einer Sportart unterscheiden und das nur durch Anpassung an die Bedürfnisse der jeweiligen Zielgruppe, optimale Lösungen entstehen.

Aufschlussreich waren auch die Beiträge der Vertreter von Fitbit und Withings. Gareth Jones berichtete über Fitbit‘s Erfahrung mit dem Einsatz seiner Produkte im betrieblichen Gesundheitsmanagenemt. In ersten Tests mit Firmen wie Coca Cola hätten sich bis zu 75% der Mitarbeiter für die Nutzung der vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Gesundheitstracker entschieden und die Bewegungsaktivität in ihrem Alltag um durchschnittlich 43 % gesteigert. Die hieraus resultierende gesundheitlche Verbesserung der Mitarbeiter, führe so Garrett zu einer Reduktion krankheitsbedingter Arbeitsausfälle was die Nutzung von Fitbits System zu einer der Kosten-effektivsten Maßnahmen im betrieblichen Gesundheitsmanagement mache. Cédric Hutchings von Fitbits Wettbewerber Withings stellte auf der WT Konferenz den neuen Activity Tracker und die neue Körperwaage des französischen Unternehmens vor. Durch die, in die beiden neuen Produkte integrierte Pulsmessung, ergänzt Withings seine Gesundheitsplattform um einen weiteren Vitalitäts-Parameter mit großer Bedeutung für die Gesundheit und die Früherkennung von Erkrankungen.

Future Tech und Augmented Reality auf der Wearable Technology Conference

Auch aus dem Bereich Augmented Reality waren innovative Konzepte aber auch die Marktführer mit ihren neuesten Lösungen vertreten. Zu Beginn des Panels präsentierte Gilles Bailey sein Konzept ShoeSense, ein optisches Interface zur Gestensteuerung welches in Schuh integriert werden soll. Ähnlich wie Microsofts Kinect welche in Prototypen des Systems verwendet wurde, sollen die Eingaben des Nutzers mit Hilfe von Kameras im Schuh erfasst werden, wodurch das Tragen weiterer Geräte als Interface überflüssig wird und Eingaben in beliebiger Körperhaltung gemacht werden können, so zum Bespiel auch unter einem Tisch.

David Lock von Vuzix präsentierte einen Prototpypen der MX100, welche ähnlich der Google Glasses Informationen im peripheren Gesichtsfeld des Benutzers zur Verfügung stellt. Das voraussichtlich noch in diesem Jahr erhältlich Gerät beschrieb Lock dabei als den Beginn eines neuen Computer-Paradigmas. Zukünftig könnten in Brillen integrierte durchsichtige Display jederzeit eine Erweiterung der Realität ermöglichen und die heute so populären Smartphones Teil der Brille werden. Tom Fowler von Recon Instruments, Hersteller der angesagten Heads Up Displays für Ski und Snowboardbrillen, beschrieb, wie er sich die Zukunft der Augmentierung vorstelle – die ergänzend angebotenen Informationen sollen kontextrelevant, unaufdringlich und gemäß den Erwartungen des Nutzers zur Verfügung gestellt werden und vor allem Aktivitäten in der realen Welt unterstützen. Daher würden die Lösungen von Recon Instruments zukünftig spezifisch für die Anforderungen in verschiedenen Sportarten, aber auch in Berufsgruppen wie z.B. von Operateuren optimiert werden.

Wearable Technologies Innovation Worldcup

Den Abschluss der Konferenz bildete die Präsentation der Finalisten des Wearable Technology Innovation Worldcup. Unter den Teilnehmern waren mehrere innovative Ansätze aus dem Sport und Gesundheitsbereich, aber auch Sicherheit auch neue wearable Lösungen in den Bereichen Sicherheit und Gaming wurden vorgestellt.  Meine persönlichen Highlights unter den Finalisten waren die Sensor-Sensoria, welche aufgrund eines neuen Druck-sensitiven Gewebes Informationen zu Gang und Haltung erfassen kann, sowie der Technologie-Demostrator OptoPhone von der School of Engineering aus Jerusalem. Diese hat die Laser-Spektroskopie für den Nahfeldbereich optimiert, sodass mit einer flachen Laser-Sensorik in einem Uhrenarmband, Werte wie Puls, Atemfrequenz und Alkoholpegel erfasst werden können. Auch der WT Innovation Worldcup Finalist Shaun Rahimi mit seinem Startup Thimble Bioelectronics hat mich auf ganzer Linie begeistert. Der smarte Gründer aus San Francisco möchte mit seinem High-Tech-Pflaster auf Basis der Elektrostimulation Menschen von chronischen Schmerzen befreien und hat sich damit sicher eines der relevantesten Wearable Tech-Themen ausgesucht. Über die unterschiedlichen Panels hinweg, bot die Wearable Technologies Konferenz einen einzigartigen Überblick über einige der innovativsten Technologien welche schon bald eine enorme wirtschaftliche und kulturelle Relevanz entwickeln dürften.

Eine Randbemerkung aus Björn Eskoflers (Lehrstuhl für Mustererkennung der Universität Erlangen Nürnberg) Vortrag habe ich, als Quantified Self Botschafter, mit Freude zur Kenntnis genommen –  Laut Eskoflers war Adidas’ Micro Pacer aus dem Jahr 1983 das erste auf dem Markt erhältliche Quantified Self-Produkt eines Sportartikelherstellers. Eine Tatsache, die mich in meinem Optimismus für die Zukunfts-orientierten Industrien in Deutschland bestärkt.

Hinweis: ich bin für diverse Projekte und Startups aus dem Portfolio der Wearable Technologies AG tätig

Innovations & Investments in Healthcare Konferenz in Berlin

Inovations & Investments in Healthcare

Am 25. / 26. April findet in Berlin die Konferenz Innovations & Investments in Healthcare (IIHC) statt. Die Veranstaltung bietet einen Überblick zu technologische Trends wie mobile Health, Quantified Self und Big Data in der Gesundheitsbranche und möchte dabei insbesondere aufzeigen, wie sich deren Potentiale unter den existierenden wirtschaftlichen Randbedingungen umsetzen lassen. Unter den Referenten befinden sich internationale Größen wie die Gründerin des amerikanischen eHealth-Inkubators RockHealth aber auch zahlreiche Startups und Unternehmen aus der Medizin- und Gesundheitsbranche kommen zu Wort. Eine Besonderheit des IIHC ist das moderierte Networking, welches Kapitalgebern und Unternehmen ein zielgerichtetes Kennenlernen ermöglichen soll. Ich freue mich über die Einladung des Veranstalters und werde über meine Eindrücke vom IIHC auf igrowdigital.com berichten.

Withings WS 30 – Weight-watching 2.0

Gut zwei Jahre nach Vorstellung der WiFi Body Scale hat Withings eine zusätzliche Variante der beliebten Self-Tracking Waage eingeführt. Dieses neue Einsteiger-Gerät unterscheidet sich vom Top-Modell insbesondere im Funktionsumfang und Einrichtungs-Prozess. Gemeinsam hat die neue WS 30 mit Withings’ WiFi Body Scale und auch Fitbit’s Aria den Upload der gemessenen Daten über eine integrierte W-Lan Verbindung. Hierzu muss die Waage bei Inbetriebnahme mit dem WiFi Router verbunden werden, was bei der WS 30 im Vergleich zu Withings älterem Modell einfacher geworden ist. Die Waage wird per Bluetooth mit dem Smartphone verbunden – mit Withings Health Companion App lassen sich die Einstellungen des W-Lans dann einfach übergeben und die Waage ist betriebsbereit.

Synchronisation über WiFi und Bluetooth in ein ansprechendes Gehäuse verpackt

Neu und erstmalig in einer WiFi-Waage integriert ist eine Bluetooth Schnittstelle, sodass die WS 30 auch mobil mit dem Smartphone verbunden werden kann um die Daten zu synchronisieren. Diese Verbindung kann natürlich auch genutzt werden, wenn keine WiFi Netz in der Wohnung vorhanden ist. Das Gehäuse der WS 30 ist ähnlich aufgebaut wie das von Withings’ WiFi Body Scale. Im Gegensatz zum Top-Modell fehlt die runde Metalleinlassung  und die abgedunkelten Streifen in der Glasplatte, was zu einem schlichteren Design der WS 30 führt. Im Vergleich zu Fitbits Aria besitzen Withings Modelle übrigens eine wesentlich größere Grundfläche auf – schön wenn man Platz im Bad hat, andernfalls ist die Lösung von Fitbit praktischer.

Withings’ WS 30 verzichtet auf die Messung des Körperfetts

Der wohl wichtigste Unterschied zwischen der WS 30 sowie Withings WiFi Body Scale und Fitbits Aria ist, dass die WS 30 keine Messung des Körperfetts durchführt. Die in die beiden anderen Geräte integrierte Messung des Körperfetts über den elektrischen Widerstand in den Beinen ist ein ungenaues Verfahren mit hohem Messfehler, sodass die Ergebnisse nur von begrenzter Aussagekraft sind. Der Verzicht auf das unpräzise Messverfahren in dem neuen Modell stellt demnach einen geringeren Nachteil dar, als dies auf den ersten Blick erscheinen mag. Nutzer die sich ernsthaft für die Zusammensetzung ihres Körpers (Body Composition) interessieren, sollte ohnehin alternative Messmethoden in Betracht ziehen, worüber Sie in einem zukünftigen Artikel mehr erfahren werden. Gibt man in die zur Waage gehörende Software seine Körpergröße ein, ermittelt die WS 30 den Body Mass Index (BMI) welcher mit eingeschränkter Aussagekraft angibt, wie schlank oder übergewichtig man ist. Die Hauptaufgabe, das Anlegen einer Datenbank für das Körpergewicht erledigt die WS 30 dafür optimal – die Daten aus dem persönlichen Withings Account lassen sich an andere Dienste übergeben und auch ein Download der eigenen Daten ist möglich.

Withings WS 30 – ein Fazit

Mit ihrem Funktionsumfang eignet sich die WS 30 insbesondere für alle die Wert auf eine einfache Einrichtung und die (mobile) Synchronisation über Bluetooth legen. Wer diese Features nicht benötigt sollte sich auch Withings’ WiFi Body Scale ansehen. Für einen geringen Mehrpreis erhält man ein noch eleganteres Produkt und die, mit Vorsicht zu genießende Messung des Körperfetts.

Die Wearable Technologies Europe Conference 2013 kommt

Quelle: Wearable Technologies

Am 4. Februar findet die Wearable Technologies Europe Conference 2013 statt. Nachdem ich in den vergangenen Monaten viele der aktuell verfügbaren Biosensoren getestet habe, freue ich mich bei der Fachveranstaltung in München wieder Einblicke in die neuesten Technologie-Trends im Bereich Wearables zu erhalten und internationale Vertreter einiger der innovativsten Firmen kennenzulernen. Der Fokus der Konferenz liegt auf Technologien in den Bereichen Sport, Gesundheit, Lifestyle und Zukunftstrends, wodurch ein breiter Überblick geschaffen wird. Ähnlich wie bei den Quantified Self Konferenzen und zu meiner großen Freude, befindet sich die Wearable Technologies Konferenz inhaltlich nah am Menschen, wobei die Zielgruppe im Gegensatz zum QS Netzwerk eine reine B2B Ausrichtung aufweist und weit über die Nutzung persönlicher Daten hinausreicht. Insbesondere freue ich mich auf die Speaker von Fitbit, vom Virtual- und Augmented Reality Pionier Vuzix sowie die Speaker zu den Programmpunkten “WT for all senses” und “technology for tomorrow”. Die Wearable Technologies Conference richtet sich an Forscher, Innovatoren, Entscheider und Journalisten. Einen Bericht über die Wearable Technologies Conference im Jahr 2012 finden Sie hier.

Hinweis: ich bin für diverse Projekte und Startups aus dem Portfolio der Wearable Technologies AG tätig