Quantified Self – Die Meinung der Self Tracker

Quantified Self – Die Meinung der Self Tracker

In Deutschland entsteht eine aktive Community von Self-Trackern welche sich in Berlin und München regelmäßig bei Quantified Self Meetups trifft. Hier erfolgt der Erfahrungsaustausch und Startups und etablierte Firmen stellen Lösungen auf Basis persönlicher Daten vor. Auch im Internet tauschen sich die Quantifed Self Interessierten aus. Die deutschsprachige Facebook Gruppe hat mittlerweile 160 Self-Tracker Mitglieder welche angeregt über ihre Erfahrungen und neue Technologien diskutieren. Häufig geht es dabei auch um Nutzungsbedingungen und Privatsphäre bei Self-Tracking Produkten und Diensten. Olivia Adler schreibt den Blog caipi und hat unter Anderem Artikel zu Quantified Self veröffentlicht. Die Fitbit Nutzerin legt großen Wert auf

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Networking auf Campus Party, IFA und QS Events

Seit heute findet mit der Berliner Campus Party das weltweit größte Event für die Tech Community statt. Ab morgen freue ich mich über ein interessantes Networking mit den Zehntausend internationalen Gästen und Daniela Kuka’s Vortrag zu The Social Quantified Self. Vom 30. August bis zum 5. September unterstütze ich Wearable Technolgies bei Ihrer Präsenz auf der IFA. Der erste Auftritt der WT Plattform auf der Berliner Messe ist ein spannender Anlaufpunkt für Innovatoren digitaler Lösungen zu Sport, Gesundheit und anderen Bereichen der Nutzung persönlicher Daten. Das Team von Wearable Technologies und mich finden Sie in Halle 11.1 am Stand 3 oder am 4. September auf dem IFA Wearable Technologies day mit Vorträgen von Unternehmen wie Withings, Varta und Changers sowie dem Deutschen Forschungsinstitut für künstliche Intelligenz.
Am 4. September um 20 Uhr findet in der Berliner Bar Mein Haus am See ein Quantified Self Meet & Greet für Startups, Entwickler, Designer und Unternehmer statt. Dieses Treffen dient der Vernetzung aller, die an digitalen Lösungen aus Sport und Gesundheit sowie anderen Anwendungsfällen persönlicher Daten arbeiten oder Anschluss an entsprechende Teams und Unternehmen suchen. Für eine allgemeinere Zielgruppe findet am 8. August das Berliner Quantified Self Meetup statt. Hier erwartet das Publikum mehreren Vorträge von Self-Trackern und Startups sowie weitere Networking-Möglichkeiten. Bereits wenige Tage später besuche ich die amerikanische Quantified Self Konferenz in Palo Alto. Der Austausch mit den internationalen Self-Trackern und Healthcare Professionals im Alumni Center der Stanford University bildet den Auftakt meiner Reise ins Silicon Valley. Nach der aktuellen Reisetätigkeit folgt die Veröffentlichung der ersten Anwendung meines Startups Chronio. Für die nächsten Wochen freue ich mich auf zahlreiche spannende Begegnungen in Berlin und der San Francsico Bay Ara.

QS Gruppenbild

Deutschland ist Quantifiziert

Zahlreiche Dienste und Produkte basieren auf der Erfassung von Daten zu Befinden und Verhalten, um ihren Nutzer zu unterstützen oder Prozesse verschiedenster Bereiche effizienter und einfacher zu machen. So zeichnen Millionen von Läufern ihre sportlichen Leistungen mit Smart Phone Apps wie Runkeeper oder Map My Fitness auf, wodurch sie sich motivieren und die Entwicklung ihrer sportlichen Leistungsfähigkeit nachzuvollziehen können. Durch den Abgleich der zurückgelegten Strecke mit der Zeit, liefert das Smartphone dem Läufer Informationen zur Geschwindigkeit, Gesamtstrecke und zur Dauer seines Trainings. Die meist gratis verfügbaren Smartphone Apps haben dadurch professionelle Methoden die ehemals Leistungssportler vorbehalten waren einer breiten Gruppe von Hobbysportlern nahe gebracht und unterstützen diese beim Erreichen ihrer Ziele.

Sport Armband für Samsung Galaxy
Quelle: Belkin

Insbesondere Frauen sind begeistert von

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Das Internet der Dinge

GreenGoose ist eines der ersten Unternehmen welches Sensoren für Konsumenten entwickelt, die nicht den Besitzer selbst vermessen, sondern die Dinge die er benutzt. Die von Green Goose angebotene Infrastruktur aus Basisstation sowie kostengünstigen und energieeffizienten Sensoren ermöglichen einen stückweisen Aufbau des Internets der Dinge im heimischen Umfeld. Einer der ersten Anwendungsfälle welchen GreenGoose gezeigt hat, ist die Zahnpflege. Folgendes Video zeigt, wie Spielmechaniken eingesetzt werden können, um Kinder zum Zähneputzen zu motivieren.

Andere Anwendungsfälle des Anbieter zielen darauf ab,

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Das Spektrum von Quantified Self

Die nächsten Quantified Self Meetups finden am 28. August in München und am 8. September in Berlin statt.

Bei diesen Veranstaltungen sprechen die Self-Tracker über ihre Erfahrung mit Lifestyle-orientierten Fitnessanwendungen, ein Ernährungsexperiment mit einer Low Carb Minimal Diät und den kognitionspsychologische Ansatz einer Lernsoftware. Auch sonst decken die Treffen der Quantified Self Gruppen ein weites Spektrum ab. In München stellen drei junge Unternehmen innovative Anwendungen für den Gesundheitsmarkt vor. Hochspannend darunter das optische Verfahren von Mevitec, welches nicht invasiv (ohne Blutentnahme) den Stoffwechsel einer Person analysiert. Dieses auf Licht basierende Messverfahren vereinfacht die Kontrolle und Steuerung einer an die individuellen Anforderungen angepassten Ernährung entscheidend. Auch das Münchner Startup Soma Amalytics arbeitet mit seiner Smartphone Applikation zur Stresserkennung und Burnout Prävention an einem hoch interessanten Thema. Verhaltensdaten des Nutzers werden bei Soma Analytics Ansatz mit dem Smartphone teilweise automatisiert erhoben und auf entsprechende Muster von Stress und Depression untersucht.

In Berlin zeigen die Startups Archify und WATTlive Anwendungsfälle von

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Quantified Self in der Deutschen Presse

Quantified Self wird regelmäßig in der Deutschen Presse besprochen und dabei im Kontext einer großen Bandbreite an Themen diskutiert. Bereits im vergangenen Jahr und mit Hintergrundinformationen zum amerikanischen Netzwerk hat das Fachmagazin Technology Review über Quantified Self berichtet. Durch die im Artikel beschriebenen Eindrücke von der amerikanischen Quantified Self Konferenz kommt insbesondere die Technologiebegeisterung zur Geltung, welche in der Quantified Self Szene häufig anzutreffen ist. Die Geburtsstunde des Münchner Quantified Self Netzwerks hat Die Zeit eingefangen. Aus der im Artikel beschriebenen Gründungsgruppe ist mittlerweile ein regelmäßig stattfindendes Event für Anwender und Anbieter von Lösungen auf Basis persönlicher Daten geworden. So stellen beim nächsten Münchner Meetup am 28. August Startups und Unternehmen aus dem deutschsprachigen Raum innovative Gesundheitsanwendungen vor und interessierte Self-Tracker, IT und Health Professionals nutzen die Chance

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Die Vision eines quantifizierten Selbst

Sommer in Sao Paulo

Ein Essay über das Leben im Jahr 2020

Für meinen Job bin ich mal wieder verreist. Zwei Monate in Sao Paulo, einer Stadt in der ich niemanden kenne. Hund und Laufpartner sind zu Hause geblieben, sodass ich meinen Lieblingssport alleine ausüben muss, aber ich lasse mich nicht gehen. Gleich am ersten Abend in der neuen Umgebung sehe ich mir im Internet ein paar geeignete Strecken an, um die Stadt beim Laufen zu erkunden. Am anderen morgen höre ich beim Joggen einen Radiosender der mir die aktuellen Lieblingssongs meiner Freunde vorspielt. Der Algorithmus des Senders hat die Wiedergabeleiste aus dem Abgleich meines quantifizierten Selbst mit den Daten meiner Freunde erstellt. Die Mischung aus soliden Electrobeats von 2010 mit den neuesten Rock Sounds ist voller Energie und spornt mich total an. Die von meiner Armbanduhr gemessenen Daten über meinen Lauf schaue ich mir nicht an, ich möchte mich hier in Sao Paulo ja nur ein wenig bewegen. Meine Freunde zu Hause sehen, dass ich trotz neuer Umgebung nicht nachlässig geworden bin und kommentieren meinen Lauf im Fitnessportal anerkennend.

Rote Stadt

Familie und Hobbys waren mir schon immer wichtiger als Karriere zu machen. Deshalb bin ich froh, dass ich mit Siri aus meinem Smartphone trotzdem eine persönliche Assistentin habe. Sie weiß alles was wichtig für mich ist und unterstützt mich so gut sie kann. Jetzt, nach drei Tagen in Sao Paulo hat Siri mein Bewegungsprofil ausgewertet und weiß wo ich wohne und wo ich arbeite. Mit diesem Wissen hat sich mich gleich am vierten Tag davor bewahrt zu spät zur Arbeit zu kommen. An diesem Tag ist die U-Bahn mit der ich üblicherweise zu Arbeit fahre nämlich gesperrt und der Ersatzverkehr nimmt ein halbe Stunde mehr Fahrtzeit in Anspruch. Damit ich dennoch rechtzeitig zu meinem Kundentermin komme hat mich Siri früher aufgeweckt als beim Einschlafen vorgesehen. So kann ich in Ruhe Duschen und den Tag ohne Stress mit einem Frühstück beginnen.

Am fünften Tag fühle ich mich unwohl, vermutlich war ich beim Probieren der lokalen Spezialitäten auf dem Markt etwas zu experimentierfreudig. Dass ich auf einen ortsansässigen Arzt verzichten und auf das Urteil meines Hausarztes zählen kann, stimmt mich zuversichtlich. Deshalb stelle ich mich vor den Badezimmerspiegel in meinem 4 Sterne Hotel. Der darin integrierte medizinische Tricoder erfasst meine Vitalitätsparameter und übermittelt die Werte an mein Smartphone. Siri schickt die Daten an meinen Hausarzt zur Ansicht welcher nach kurzer Begutachtung die Zustellung eines geeigneten Medikament veranlasst. Bereits am nächten Tage fühle ich mich schon wieder hervorragend und gehe laufen.

Mein beliebtestes Gadget im Sommer 2020 ist das ChillBand. Es misst mein Stresslevel und belohnt mich mit Chill-Punkten wenn ich es schaffe mich regelmäßig zu entspannen. Deshalb gehe ich jetzt wieder langsamer und mache hin und wieder eine Pause um tief durchzuatmen. Stressprobleme sind mittlerweile die Hauptursache für krankheitsbedingten Arbeitsausfall. Ich sammle Chill-Punkte jedoch nicht um meinen Arbeitgeber oder meine Krankenkasse zu entlasten, sondern weil es sich verdammt gut anfühlt. Außer mir haben das bereits viele andere bemerkt, weshalb das Chillband im Sommer 2020 der letzte Schrei ist.

Nike Activitytracker

Am sechsten Tag lese ich auf Facebook eine Nachricht die ich niemals für möglich gehalten hätte. Juli Zeh, Chefkritikerin der Selbstquantifizierung, hat sich ein ChillBand gekauft um sich von einer Stressattacke zu erholen. Dass der Verlag die gesamte Restauflage ihre Buchs Corpus Delicti verbrannt hat, hat der Autorin kräftig zugesetzt. Bücherverbrennungen sind im Jahr 2020 eher unüblich aber da sich ihr Roman nicht verkauft und Lagerplätze teuer sind, blieb dem Verlag nichts anderes übrig als die Ladenhüter in Ökostrom zu verwandeln. Dass das Internet nichts vergisst, ist jetzt Frau Zehs letzte Hoffnung. Corpus Delicti wird dort nach wie vor zu einem Sonderpreis als Download angeboten.

In Sao Paulo wie auch im Rest der Welt, ist die Quantifizierung längst aus der Nische herausgewachsen. Dennoch wird auch im Jahr 2020 die Individualität groß geschrieben und nicht alle wollen sich das Leben mit moderner Technik vereinfachen lassen. Deshalb gibt es immer noch Menschen, die mit den smarten Funktionen ihres Phones nichts anzufangen wissen und das nächste große Ding nach Facebook genauso schmähen wie sie damals Facebook geschmäht haben. Scheinbar ist das ihnen lieber so und ich denke sie kommen ganz gut damit zurecht. An meinem siebten Tag in Sao Paulo fühle ich mich sehr wohl mit meinem quantifizierten Selbst und die ohne ein solches auch.

Amerikas Innovationskraft

Kickstarter & Crowdfunding

Die amerikanische Mentalität ist geprägt vom Glauben an die Chancen des Individuums, welches seine Ziele durch aktiven Einsatz erreicht. Diese Einstellung ist auch ausschlaggebend für eine neue Art Produkte zu realisieren, welche seit einigen Jahren von vielen amerikanische Unternehmen genutzt wird. Crowdfunding Plattformen bieten ihnen die Möglichkeit Produkte noch vor der Serienreife zu präsentieren und von den Käufern das notwendige Kapital zur Fertigung einzuwerben. Hierdurch haben auch kapitalintensive technologische Innovationen die Chance den Markt zu erreichen, ohne die langwierigen Entscheidungsprozesse klassischer Unternehmen oder Kapitalgeber bewältigen zu müssen. Auf der amerikanischen Crowdfunding Plattorm Kickstarter sind dabei innerhalb der letzten Wochen und Monate eine Vielzahl von Projekten finanziert worden die zeigen, wie groß das Interesse an neuen Lösungen im Bereich Fitness, Gesundheit und Computertechnologie ist.

Beim Ausdauersport spielt je nach Zielsetzung des Athleten die Höhe der Belastung eine entscheidende Rolle. Daher verwenden Hobbysportler und professionelle Athleten beim Laufen oder Radfahren häufig Sensoren zur Pulsmessung. Bisher musste dazu ein Gurt um die Brust getragen werden, welcher nur eingeschränkten Tragekomfort bietet und oftmals als störend empfunden wird. Dem Startup Alpha ist es nun erstmals gelungen die Anzahl der Pulsschläge statt mit Elektroden optisch zu erfassen, was eine Messung am Handgelenk möglich macht. Ihr Produkt, eine Uhr mit integrierter Pulsmessung kann damit bequem getragen werden und gibt Athleten mehr Kontrolle bei ihren sportlichen Aktivitäten.

Rückenschmerzen sind eine Volkskrankheit und betreffen 80% der Bevölkerung im Verlauf ihres Lebens. Eine aufrechte Körperhaltung ist ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Gesundheit unseres Rückens und im Alltag dennoch häufig nur schwer bewusst einzuhalten. Das Startup LUMOback hat einen Sensor entwickelt, der die Körperhaltung erkennt und seinen Träger darauf aufmerksam macht, wenn er in eine schlechte Haltung verfällt. Die Idee geht zurück auf die Erfahrung einer der Unternehmensgründer, welcher seine Rückenschmerzen durch gezieltes Haltungstraining überwunden hat. Mit dem Sensor möchte das Team mehr Menschen das Bewusstsein für eine gesunde Körperhaltung ermöglichen.

Beinahe die Hälfte aller Mobilfunknutzer in den westlichen Ländern verwenden ein Smartphone. Dadurch ist es selbstverständlich geworden, im Alltag auf Mails, Facebook und mobiles Internet zuzugreifen. Durch die Nutzung von Apps werden Smartphones immer häufiger fester Bestandteil beim Sport oder beim privaten Gesundheitsmanagement. Eine neue Generation von mit dem Smartphone verbundener Uhren geben noch einfacheren Zugriff auf Informationen und Funktionen der mobilen Computer und erlauben so auch den Einsatz als Trainingsgerät beim Laufen oder Radfahren. Das besondere an Pebble, einer solchen Uhr ist das E-Ink Display, welches auch in E-Books verwendet wird und eine lange Akkulaufzeit sowie eine gute Lesbarkeit auch bei Sonnenlicht ermöglicht. Mit mehr als 10 Millionen US $ an Erlösen durch begeisterte Kunden war Pebble eines der erfolgreichsten Kickstarter-Projekte aller Zeiten.

Crowdfunding Plattformen zeigen sehr direkt die am Markt vorherrschenden Bedürfnisse. Ohne lange Entscheidungsprozesse können neue Produkte direkt vom Kunden beauftragt werden wodurch ein schnelles Abbild von Trends entsteht. Das hier viele Produkte für Fitness und Gesundheit entstehen, ist auf die „Do it Yourself“ Mentalität in Amerika zurückzuführen, welche auch im dort entstandenen Quantified Self Netzwerk zum Ausdruck kommt. Die dadurch entstehenden Lösungen werden zukünftig auch in Deutschland eine Rolle spielen und das Prinzip des Crowdfunding wurde bereits von mehreren Deutschen Anbietern aufgegriffen.