Nike Fuelband – Fitness als Fashion-Statement

Nike's Fuelband ist ein Armband welches die körperlichen Aktivität erfasst. Mit der Betonung auf Einfachheit und Spaß ist Nike damit ein interessantes Produkt gelungen.

Das Nike Fuelband ist ein Lifestyle Gadget welches zu einem aktiven Lebensstil motivieren soll. Als Armband getragen registriert es die Bewegungen seines Nutzers und signalisiert diesem wie aktiv er ist. Technisch betrachtet ist das FuelBand ein moderner Schrittzähler welcher durch Beschleunings-sensoren Bewegungen wie Laufen, Gehen oder Springen erfasst und in NikeFuel, eine neutrale Einheit, umrechnet. Bei dem Konzept des Produkts steht dabei nicht die möglichst genaue Messung der Anzahl der Schritte im Vordergrund, vielmehr hilft das FuelBand einen Überblick über die die körperliche Aktivität zu erlangen und nutzt verschiedene Spielmechaniken um zu einem aktiven Lebensstil zu motivieren.

Nikes Fuelband motiviert mit direktem Feedback

Das Fuelband ist mit einer LED-Zeile ausgestattet welche von rot über gelb zu grün wiederspiegelt, wie nahe man seinem Tagesziel gekommen ist. Im Gegensatz zu anderen Schrittzählern welche am Hosenbund oder in der Tasche getragen werden, lädt der Formfaktor  Armband des Fuelbands stärker dazu ein, sich mit dem aktuellen Wert auseinanderzusetzen. Da das Fuelband auch als Uhr verwendet werden kann, wird man beim Blick auf die Uhrzeit geradezu beiläufig über den aktuellen Aktivitäts-Status informiert. In der Direktheit dieses Feedbacks im Vergleich zu Geräten die erst aus der Tasche genommen werden müssen oder teilweise über kein eigenes Display verfügen, liegt der wesentliche Vorteil des Fuelbands. Die unmittelbare Verfügbarkeit der Informationen stellt sicher, dass man regelmäßig den aktuellen Stand seiner Aktivität zur Kenntnis nimmt, wodurch der positive Effekt der Selbstbestätigung erhalten bleibt. Auch die bloße Präsenz des Fuelbands am Handgelenk kann als Erinnerung und Symbol für die eigenen Aktivitätsziele aufgefasst werden. Der Wunsch nach einem aktiven Lebensstil wird so zum Fashion Statement.

Umständliche Synchronisation und geringer Funktionsumfang

Die Synchronisation des Fuelbands erfolgt über USB am Computer oder per Bluetooth mit dem Smartphone. Bei letzterer Variante muss die Datenübertragung manuell durch Öffnen der Smartphone-App und Drücken des Buttons am Fuelband hergestellt werden. Diese, im Vergleich zu den aktuellen Produkten von Fitbit, umständliche Synchronisierung liegt am älteren Bluetooth Protokoll des Fuelbands, wodurch es auch mit iPhones der Baureihen 3GS und 4 kompatibel ist. Die App des Nike Fuelbands kommt mit vergleichsweise wenigen Funktionen. Auf dem Homescreen wird der aktuelle Punktestand angezeigt, wobei alternativ ein Aktivitätsprofil über einen Tag, eine Woche, einen Monat oder ein Jahr angezeigt werden kann. Verbindet man den Nike+ Account mit Facebook, sieht man in einem Leaderboard, welcher seiner Fuelband-Freunde am aktivsten ist. Hier kommt ein wesentlicher Nachteil des Synchronisationsverfahrens zum Vorschein – da die meisten Nutzer nachlässig mit der manuellen Synchronisation ihres Fuelbands sind, stehen meist keine aktuellen Daten der Freunde zur Verfügung, sodass die im Highscore dargestellte Wettbewerbssituation meist nicht der Realität entspricht. Dies fällt umso deutlicher ins Gewicht, da neben der Anzeige von den eigenen Aktivitäts-Werten und denen der Freunde kaum weiteren Funktion vorhanden sind. Lediglich eine Schaltfläche zur Bewertung des Tages und eine Textingabe in ein Mini-Journal runden das Bild ab. Wer Kalorien zählen oder ein Schlaftagebuch führen möchte, braucht jedoch eine andere Lösung.

Einbindung in Nikes Webportal und Ökosystem

Eine Besonderheit bei Nike+ Produkten im Vergleich zu anderen Lösungen ist die Fitness-Einheit Nikefuel. Die mit dem Fuelband erfasste Aktivitäten werden sowohl als Schritte und Strecke angezeigt, zugleich jedoch auch in die virtuelle Einheit verrechnet. Hierdurch lassen sich verschiedene Aktivitäten vergleichen, da zum Beipiel auch Trainings mit dem XBOX Spiel Nike+ Kinect Training zum Punktekonto beitragen. Alle Werte können online auf einer Website zentral angezeigt werden wodurch ein Fitness-Ökosystem von sich gegenseitig ergänzenden Lösungen entsteht.  Der Download der Daten für die Analyse auf dem heimischen Rechner ist nicht offziell vorgesehen, im Internet finden sich aber Grabbing Tools die den Download ermöglichen. Eher restriktiv im Umgang mit den Daten der Nutzer, öffnet sich Nike nur langsam für Kooperationspartner, wodurch die mit den Sensoren des Sportherstellers gemessenen Werte auch im Kontext weiterer Dienste genutzt werden könnten.

Lifestyle-Gadget oder ernstzunehmendes Self-Tracking Tool?

Nicht zu unrecht hat Nikes Fuelband seit seinem Markteintritt viele Anhänger gefunden. Wenn es auch nur wenige Funkionen bietet macht das Produkt Spaß und eignet sich sehr gut zur Selbstmotivation. Durch den Formfaktor Armband kann man das Fuelband während seiner Akkulaufzeit von mehr als sieben Tagen ununterbrochen bei sich tragen und muss nicht wie bei anderen Schrittzähler täglich an die Befestigung an der Kleidung denken. Umgekehrt ist das Fuelband ein deutlich spür- und sichtbares Gerät, dass sich je nach Kleidungstyp nicht immer unauffällig und stilkonform integrieren lässt. Wer sich mit dem Armband als Lifestyle-Statement identifizieren kann und mit dem sehr guten Echtzeit-Feedback am Handgelenk zufrieden ist, für den ist das Fuelband ein tolles Produkt.

Update: Mittlerweile ist die zweite Generation des Nike Fuelbands erhältlich. Bei dieser hat sich dank Bluetooth 4.0 die Synchronisation mit dem Smartphone vereinfacht und auch die App hat einige Verbesserungen erfahren.

Neben dem Nike Fuelband habe ich über 15 weitere Aktivitäts-Tracker getestet. Die Vor- und Nachteile der gängigsten Modelle findet Ihr im Activity-Tracker Überblick.

 

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